Eine Ode an die Regierung
Es schneit im Land der warmen Worte,
doch kalt bleibt manch’ politisch’ Pforte.
Am Tisch der Macht, bei Kerzenschein,
sitzt man zufrieden, satt und fein.
Prinzessin Kathie hebt das Glas,
spricht von Vernunft und rechtem Maß.
Die GruSi genannt, so klingt ihr Ton,
sei zu viel Trost, zu viel Verschon’.
Man müsse stärker drücken, pressen,
sonst lernten Leut nur satt zu essen.
Junker Alex nickt bedächtig,
Druck sei wichtig, mache mächtig.
Wer Hilfe braucht – so spricht der Plan –
muss erst ins Raster passen dann.
Nicht Würde sei der erste Schritt,
sondern Druck, der Menschen tritt.
Draußen, fern vom Lichterkranz,
steht Weihnachten im kalten Glanz.
Kein Titel schmückt, kein Siegel spricht,
nur leere Hände, graues Licht.
Während drinnen Moral erklingt,
die von Verzicht und Leistung singt,
hungert draußen ein armes Kind.
Eines wird zur Last gewogen,
ein andres still noch abgeschoben.
Menschlichkeit, dir galt das Fest –
doch du wurdest ausgeladen.
© Michael Küper
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